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News-Blog Psychologie

Hier finden Sie neue News zu dem Thema Psychologie. Danke für Ihren Besuch.

Psychologie

Mittwoch, 12. November 2014 - 09:26 Uhr
Das hilft natürlich, Trauer zu überwinden/ Impulse um Trauer in 4 Phasen zu bewältigen

Für Trauernde kann es befreiend und wohltuend sein, über den Verstorbenen und die schmerzlichen Gefühle reden zu können. Falls Sie sich jedoch damit schwer tun über Ihre Gefühle zu sprechen, kann Ihnen eine Art Trauertagebuch helfen. Schreiben Sie einfach nieder, was Sie durchleben und was Sie bewegt. Oder Sie schreiben Briefe an den Verstorbenen, auch wenn Sie diese niemals absenden. Wichtig ist alleine das Niederschreiben, denn es hilft Ihnen beim Verarbeiten. Wenn Sie spüren, dass Sie trotz aller Bemühungen nicht aus der Tal der Trauer herausfinden, sollten Sie unbedingt professionelle Hilfe in Anspruch nehmen.

Impulse in 4 Phasen Trauer zu bewältigen:

Phase 1: Nicht wahr haben wollen

Die erste Phase ist kennzeichnet durch Verzweiflung und das Geschehene wird noch nicht erfasst. Einige sind hier wie versteinert, andere brechen vollkommen zusammen und verlieren die Orientierung. Diese Phase kann Stunden bis hin zu Wochen anhalten.

Phase 2: Aufbrechende Gefühle

Nun drängen Gefühle wie Wut, Angst oder auch Schuldgefühle an die Oberfläche. Diese Gefühle sollten Sie auf keinen Fall verdrängen, denn sie helfen Ihnen, den Schmerz zu verarbeiten. Wenn Sie diese Emotionen nicht zulassen, können Depressionen die Folge sein.

Phase 3: Neuorientierung

Anschließend beginnt die innere Suche nach dem neuen Weg ohne die geliebte Person. Langsam beginnt jetzt wieder eine Öffnung nach außen. Zwar kommt es noch zu Stimmungsschwankungen, doch das Hadern und Trauern lassen etwas nach, und der Körper beginnt wieder, seinen Rhythmus zu finden.

Phase 4: Neues Gleichgewicht

In der letzten Phase der Trauerarbeit ist ein Vertrauen in die Zukunft entstanden. Zwar wird der Verstorbene nie zu ersetzen sein und auch nie vergessen werden - dennoch ist jetzt ein neues Vertrauen in den Fluss des Lebens. entstanden.

Quelle: Beate Rossbach

Dienstag, 11. November 2014 - 15:25 Uhr
Beichte auf dem Sterbebett: ADHS gibt es gar nicht!

Der amerikanische Psychiater Leon Eisenberg gilt als der Erfinder des psychiatrischen Krankheitsbilds Aufmerksamkeitsdefizit- / Hyperaktivitätssyndrom, kurz ADHS – im Volksmund auch Zappelphilipp-Syndrom genannt. Mit diesem Etikett werden Kinder und Jugendliche pathologisiert, die in der Schule durch unruhiges, impulsives Verhalten auffallen. In der Regel wird dann von Psychiatern das Stimulanz Methylphenidat (Handelsname Ritalin) verschrieben, welches von Spöttern auch als “Koks mit Kinderfreigabe” bezeichnet wird.

Kritiker unterstellen schon seit langer Zeit, ADHS wäre eine erfundene Krankheit.

Kurz vor seinem Tod gestand Eisenberg dem Medizinjournalisten Jörg Blech, daß AHDS ein Paradebeispiel für eine fabrizierte Erkrankung sei, wie die FAZ berichtet. Ferner stellt die FAZ fest, daß psychische Krankheiten keine Krankheiten, sondern ein Deutungsmuster seien: Als psychisch krank würde definiert, was gegen bestimmte Regeln verstoße und von Normen abweiche. Diese Normen wären nicht ein für alle Mal fest-gelegt, sie könnten sich verändern.

Damit ist nun die konservative FAZ zu einer Meinung gelangt, die der libertäre Psychiater und Psychiatriekritiker Thomas Szasz schon lange war. Szasz meint, es gäbe psychische Krankheiten gar nicht im eigentlichen Sinne, sondern nur als Metapher für unerwünschtes Verhalten.

Im Deutschlandradio gab Blech ein Interview, in dem er über seinen Besuch bei Eisenberg berichtet. Eisenberg kämpfte einst darum, ADHS als angebliche Hirnstörung in das DSM – die Bibel der Psychiatrie – aufzunehmen. Doch Eisenberg habe seine Meinung geändert. Er sei jetzt der Meinung, Kinderpsychiater müssten viel gründlicher die psychosozialen Gründe ermitteln, die zu Verhaltensauffälligkeiten führen könnten.

Doch die Modediagnose AHDS ist vor allem eines: Ein riesen Geschäft für die Pharma-industrie. Laut Spiegel seien die Verschreibungen von Ritalin von 34 Kilogramm im Jahre 1993, auf Jahr 1760 Kilogramm im Jahr 2011 angestiegen.

Montag, 6. Oktober 2014 - 09:08 Uhr
DEMENZ Vor Alzheimer schützen - sieben goldene Regeln

Ob mit oder ohne Demenz - im Alter bauen Menschen kognitiv ab; dagegen lässt sich kaum etwas machen. So lautet ein weit verbreiteter Glaube. Doch das stimmt nicht. Denn im Gehirn sterben Nervenzellen mit der Zeit nicht nur ab, sondern es werden auch immer wieder neue gebildet. Sieben goldene Regeln helfen dabei, geistig fit zu bleiben und einer Alzheimerdemenz vorzubeugen.

Michael Falkenstein

Vor Alzheimer schützen
Ein Albtraum für jeden: An Alzheimer zu leiden, nicht mehr richtig denken zu können. Nicht mehr zu wissen, wer man ist. Mit zunehmendem Alter steigt dieses Risiko. Erste Anzeichen einer Demenz sind bereits 20 Jahre vor Krankheitsausbruch diagnostizierbar. Das Altwerden, so lautet die unterschwellige Botschaft, müssen wir fürchten. Denn Altsein steht synonym für geistigen Abbau. Doch so ist es nicht.

Wissenschaftler haben herausgefunden, dass das Gehirn von Älteren kein zwangsläufig verfallendes Organ ist, sondern lern- und wandlungsfähig. Der Kopf lässt sich trainieren und pflegen wie etwa das Herz und der Bizeps. Damit das Anti-Aging-Programm für die grauen Zellen möglichst wirksam ist, empfiehlt es sich, die folgenden Maximen zu beachten:

1. Koffein gegen Alzheimer: Trinken Sie Kaffee!
Über einen Zeitraum von zehn Jahren beobachteten niederländische Forscher 676 gesunde Männer der Jahrgänge 1900 bis 1920 und erfassten in regelmäßigen Abständen die geistige Leistungsfähigkeit der Senioren. Dabei zeigte sich, dass der mentale Abbau von Kaffeetrinkern innerhalb dieser zehn Jahre im Schnitt deutlich geringer ausfiel als derjenige der anderen Studienteilnehmer. Kaffee, in Maßen konsumiert, schützt demnach möglicherweise vor dem altersbedingten Abbau der Denkfähigkeit.

Bohnen mit Wirkung
Gute Nachrichten für alle, die auf ihren Frühstückskaffee nicht verzichten wollen: Sich regelmäßig eine Tasse Kaffee zu gönnen, senkt Studien zufolge womöglich auch das Demenzrisiko.
2014 zeigten französische Forscher, dass Koffein bei Mäusen, die unter alzheimerähnlichen Symptomen litten, Gedächtnisstörungen verhindert und entzündliche Stressreaktionen des Körpers mindert. Wie ein amerikanisches Forscherteam bereits 2002 herausfand, bleiben Kaffee trinkende Frauen länger geistig fit. In einer auf vier Jahr angelegten Studie hatten die Wissenschaftler das kognitive Leistungsvermögen von 890 Frauen mit einem Durchschnittsalter von 72 Jahren erfasst. Kaffee fördert demnach für ältere Frauen wie Männer die geistige Fitness und senkt das Demenzrisiko.

Während manche Forscher drei Tassen am Tag als die beste Demenzprophylaxe empfehlen, glauben andere an das Prinzip "Mehr hilft mehr". Zumindest als Schutz vor Krankheiten wie etwa Morbus Parkinson hat sich eine solche Trinkphilosophie tatsächlich bewährt. So belegte eine groß angelegte Längsschnittstudie mit 8000 japanisch-amerikanischen Männern mittleren Alters: Je mehr Kaffee diese Männer tranken, desto kleiner war ihr Risiko, an Parkinson zu erkranken. Und auch die weit verbreitete Sorge, dass Kaffee schlecht für Herz und Kreislauf ist, hat sich als unbegründet erwiesen. Kaffee treibt den Blutdruck nicht in die Höhe und schützt sogar vor Herzkrankheiten.

2. Antioxidanzien gegen Alzheimer: Fangen Sie die Radikale ein!
Als Oxidanzien bezeichnen Chemiker hochreaktive Substanzen, die sich gerne mit Sauerstoff verbinden. Oxidanzien zerstören empfindliche Moleküle – ihr Gegenteil, die Antioxidanzien, schützen sie hingegen. Das wohl bekannteste Antioxidationsmittel ist Ascorbinsäure, auch Vitamin C genannt. Viele essbare Substanzen wie Nüsse, Gemüse oder Früchte enthalten antioxidative Stoffe. Sie fangen jene Radikale ein, die bei der Oxidation von Molekülen frei werden. Je erfolgreicher diese Jagd ist, desto besser fürs Gehirn.

Deshalb sollten Sie beispielsweise regelmäßig Brokkoli, Zucchini oder Tomaten essen. Nach Ansicht italienischer Gerontologen lässt sich die kognitive Leistungsfähigkeit eines Menschen an seinem Antioxidanzienlevel ablesen: Das Forscherteam fand heraus, dass sich bei Alzheimerpatienten besonders wenig Antioxidanzien im Blut nachweisen lassen. Der Verzehr antioxidativer Nahrungsmittel könne daher einer sich anbahnenden Demenz entgegenwirken.

Eine groß angelegte französische Studie mit mehr als 8000 älteren Bewohnern dreier französischer Großstädte zeigte eindeutig: Wer viel Obst und Gemüse verzehrt, dessen Risiko sinkt, an einer der vielen Spielarten von Demenz zu erkranken.

Nach den Erkenntnissen amerikanischer Chemiker sind auch Trockenfrüchte wie Pflaumen, Feigen oder Datteln reich an bestimmten Antioxidanzien. Diese werden Polyphenole genannt und sitzen vor allem in den Schalen der Früchte. In Tierversuchen zeigte sich, dass die in Blaubeeren enthaltenen Polyphenole dazu beitragen, den Informationsaustausch zwischen Nervenzellen in älteren Gehirnen wieder anzukurbeln. Es wäre also denkbar, dass Polyphenole auch beim Menschen ähnlich positiv wirken. Wer davon profitieren will, der sollte fleißig Dörrobst essen.

3. Meeresfrüchte gegen Alzheimer: Essen Sie Fisch!
Ob Lachs, Makrele oder Sardine – Fisch ist ein Muss auf jedem gesunden Speiseplan. Ein lecker zubereitetes Meeresfrüchtegericht erfreut jedoch nicht nur den Gaumen, sondern auch das Gehirn! Die im Fisch enthaltenen Omega-3-Fettsäuren schützen vor geistigem Verfall. So konnten amerikanische Mediziner nachweisen, dass Senioren, die mehrmals pro Woche Fisch aßen, länger geistig rüstig blieben als Fischverächter.

Der kognitive Niedergang verlangsamt sich bei regelmäßigen Fischessern um etwa zehn Prozent im Vergleich zu Nichtfischessern. Wer keinen Fisch isst, baut schneller ab. Eine niederländische Studie weist in die gleiche Richtung: Merkfähigkeit und Denkvermögen von betagten Fischabstinenzlern ließ innerhalb von fünf Jahren schneller nach, als das bei Fischfans gleichen Alters der Fall war.

Vor allem fette Fische scheinen das Oberstübchen auf Vordermann bringen: Die in Fischen wie Stör, Butt und Forelle reichlich enthaltenen Omega-3-Fettsäuren sind gut für die Hirnzellen – wohingegen sich Cholesterin und gesättigte Fette eher negativ auswirken. Amerikanische Endokrinologen haben ebenfalls nachgewiesen, dass Omega-3-Fettsäuren eine Demenzerkrankung verlangsamen und dem geistigen Verfall entgegenwirken.

Amerikanische Mediziner konnten einen weiteren positiven Effekt der Omega-Fettsäuren belegen: Diese Nährstoffe steigern nicht nur die kognitive Leistung, sondern auch die Stimmung. Probanden, die große Mengen an Omega-3-Fettsäuren im Blut aufweisen, leiden seltener unter depressiven Verstimmungen.

Omega-3-Fettsäuren finden sich nicht nur in Fischen oder Meeresfrüchten, sondern auch in pflanzlichen Ölen, wie Raps-, Lein- oder Nussöl. Die Losung lautet daher: Alle Nahrungsmittel sollen auf den Teller, die viel Omega-3-Fettsäuren enthalten. Auch Fleisch gehört dazu – so es denn von Wild- oder Weidetieren stammt. Das Fleisch wild lebender Tiere enthält viel mehr Omega-3-Fettsäuren als das Fleisch von Zuchttieren.

Rinder, die während der Sommerperiode auf der Wiese grasen, weisen im Schnitt dreimal so hohe Omega-3-Werte im Fleisch auf wie ihre im Stall gehaltenen Artgenossen. Wer sich geistig fit halten will, der sollte in der Metzgerei nach Fleisch von Weidetieren fragen!

4. Mittelmeerdiät gegen Alzheimer: Kochen Sie mediterran!
Eine mediterrane Küche mit viel Gemüse und Fisch ist der beste Schutz vor Alzheimer. Amerikanische Neurologen fanden heraus: Weder der Faktor "Rauchen" noch "Bildung" lässt darauf schließen, dass jemand alzheimergefährdet ist. Der Faktor "mediterrane Küche" hingegen beeinflusst am stärksten, ob jemand erkrankt oder nicht! Und anders als man vermuten könnte, spielen Vorerkrankungen wie Diabetes oder Bluthochdruck ebenfalls kaum eine Rolle. Ein täglicher Mittelmeerspeiseplan mit Olivenöl, Pasta und frischem Gemüse schützt also besser vor Alzheimerdemenz als Bildung!

Gut wäre es daher, wenn Sie sich mediterran ernährten. Noch besser, wenn Sie dabei möglichst wenig Kalorien zu sich nähmen. Denn wenig essen hält Körper und Geist jung. Kalorienreduzierte Kost aktiviert ein Enzym namens SIR2, das wiederum die Lebensspanne der Erbgutinformation DNA verlängert. Fazit: Diät ist gut, mediterrane Diät am besten.

Omega-Fettsäuren und Fleisch
Forscher des EU-Projekts "Healthy Beef" konnten zeigen: Tierfleisch aus Stallhaltung enthält weniger Omega-3-Fettsäuren als Fleisch von Weiderindern. Kühe, die im Sommer draußen grasten, wiesen im Schnitt einen dreimal höheren Omega-Fettsäuren-Spiegel auf als Stalltiere. Entscheidend ist auch das Verhältnis von Omega-6- zu Omega-3-Fettsäuren. Die Deutsche Gesellschaft für Ernährung DGE empfiehlt hier ein Verhältnis von 5:1. Derzeit liegt dieser Quotient in Deutschland bei 10:1 beziehungsweise 20:1. Unser Fleisch enthält also zu viel Omega-6- und zu wenig Omega-3-Fettsäuren. Bei Weiderindern liegt das Verhältnis bei zirka 2:1.

Wer gesund altern will, muss jedoch nicht leben wie ein Asket. Gelegentliches Naschen ist erlaubt und sogar erwünscht. Wichtig ist nur, was man nascht! Ideal ist Schokolade, wobei gilt: je bitterer, desto besser. Der in Schokolade enthaltene Kakao fördert nämlich die Durchblutung des Gehirns. Kakao ist darüber hinaus ein antioxidatives Nahrungsmittel so wie Brokkoli oder Traubensaft. Auch Nüsse und Trockenfrüchte, die reich an ungesättigten Fettsäuren sind, gehören unbedingt ins Naschportfolio. Niemand muss auf Süßes verzichten, nur um gesund zu altern – es muss nur das richtige sein.

5. Alkohol gegen Alzheimer: Trinken Sie Wein – aber nicht zu viel!
Wer gerne mal ein Schlückchen Alkohol trinkt, wird diese Botschaft mit Freude vernehmen: Im Wein steckt ein Antioxidanz namens Resveratrol, und dieser Stoff verzögert den geistigen Abbau. Amerikanische Mediziner konnten in einer auf sieben Jahre angelegten Längsschnittstudie nachweisen, dass Personen, die gelegentlich ein kleines Schlückchen trinken, geistig nicht so schnell altern wie Abstinenzler.

Den bisher überzeugendsten Beweis für die positive Wirkung von Alkohol liefert die so genannte Nurses Health Study II. Darin wurden die Lebensgewohnheiten von Krankenschwestern protokolliert. Die Studie begann bereits 1976 und umfasst 120 000 Teilnehmerinnen. Die Ergebnisse zeigen, dass Personen, die 15 Gramm Alkohol am Tag zu sich nehmen, im Schnitt geistig leistungsfähiger sind als konsequente Verweigerer: Genusstrinkerinnen schnitten in den kognitiven Tests bis zu 23 Prozent besser ab.

Allerdings: 15 Gramm Alkohol pro Tag sind nicht sonderlich viel. Das entspricht etwa 0,3 Liter Bier. Sobald die Tagesmenge höher liegt, verschwindet der positive Effekt auf das Gehirn. Es ist also die Dosis, die darüber entscheidet, ob sich Alkohol als Heiltrunk oder Neuronengift erweist!

6. Sport gegen Alzheimer: Bewegen Sie sich!
Körperliches Training ist gut für den Kopf. Sport hilft auch Älteren, die besonders stark von geistigem Abbau bedroht sind. Besonders wichtige Fähigkeiten, wie sich in Konfliktsituationen zu entscheiden oder auf irrelevante Informationen nicht zu reagieren, werden durch körperliche Aktivitäten gefördert. Lebenslang sportliche Senioren setzen ihr Frontalhirn bei kniffligen Aufgaben stärker ein als passive Altersgenossen. Wer sich bewegt, hilft seinem Gehirn also, schwierige Entscheidungen zu treffen und Wichtiges von Unwichtigem zu unterscheiden.

Sport für Körper und Geist
Studien zeigen: Regelmäßige Bewegung hält nicht nur den Körper fit, sondern auch den Kopf.
Höchstleistungen sind dabei gar nicht nötig. Wichtig ist vielmehr die Regelmäßigkeit. Ideal sind drei Stunden mäßiger Sport pro Woche, am besten täglich eine halbe Stunde. Welche Sportart ein älterer Mensch wählt – ob Schwimmen, Walking oder Radfahren –, ist hierbei nicht so entscheidend. Hauptsache, er bewegt sich. Selbst dann, wenn ein genetisches Alzheimerrisiko vorliegt, hat Sport eine Schutzwirkung.

Es ist übrigens nie zu spät, sich gegen Alzheimerdemenz zu wehren. Selbst wer erst mit 75 Jahren mit dem Sport anfängt, kann den geistigen Verfall aufhalten. Warum das so ist, wissen Mediziner noch nicht genau. Klar aber ist: Das Gehirn von Sportlern ist besser durchblutet als das von bewegungsfaulen Stubenhockern – und deshalb weniger anfällig für Schäden.

Wem 30 Minuten Sport am Tag zu viel sind, sollte wenigstens mehrmals in der Woche spazieren gehen. Menschen, die mit über 70 Jahren noch fähig sind, zügigen Schrittes 400 Meter zu laufen, leben im Schnitt länger als Altersgenossen, denen vorher die Puste ausgeht.

7. Denken gegen Alzheimer: Trainieren Sie Ihr Gehirn!
Denksport ist in. Ob Kreuzworträtsel oder Sudoku – der Wunsch, sich geistig in Form zu bringen, ist groß. Doch bis heute ist nicht klar, welche Hirntrainings wirksam sind und welche nicht. Kreuzworträtsel sind sicher weniger sinnvoll, da sie nur Wissen trainieren, das im Alter kaum verloren geht. Sudokus und ähnliche Knobeleien erscheinen aus wissenschaftlicher Sicht besser, da sie so genannte fluide Funktionen wie Logik, Aufmerksamkeit und Suche fördern, die sich im Alter verschlechtern.

Bis vor Kurzem glaubten Forscher, dass es zwar möglich sei, einzelne Fertigkeiten zu trainieren – etwa das bessere Erinnern von Wörtern. Das führe nachweislich zu einer gesteigerten Performance in eben dieser speziellen Fertigkeit; eine generell bessere Gedächtnisleistung sei hingegen nicht erzielbar. Bei jungen Menschen ist allerdings ein Transfer von einer speziellen Fähigkeit auf eine andere bereits festgestellt worden. Es gibt erste Hinweise darauf, dass ein solcher Übertrag auch bei Senioren auftritt, wenn auch zu einem höheren Preis: Sie müssen mehr Zeit und Geduld investieren.

Was heilt das Gehirn?
Als erwiesen gilt zudem: Hirnjogging wirkt positiv, wenn die Übungsaufgaben spielerisch und möglichst auch alltagsrelevant sind. Das heißt, Ältere sollten beispielsweise lernen, Gesichter mit Namen zu verknüpfen – eine Fähigkeit, bei der sie im Mittel schlechter abschneiden als Jüngere, die aber im Alltag eine große Rolle spielt. Wichtig sind zudem ständiges Feedback über die aktuelle Leistung sowie eine Anpassung der Schwierigkeit an den aktuellen Leistungsstand. Die Entwickler von Hirnjogging arbeiten daran, ihre Übungen an die Erkenntnisse der Wissenschaft anzupassen.

Der Königsweg ist jedoch das Erlernen neuer komplexer alltagsrelevanter Tätigkeiten wie musizieren, tanzen oder Sprachen lernen. Da dies sehr viel Motivation erfordert, hat Hirnjogging am Computer oder im Rätselheft durchaus seine Berechtigung.

Fazit: Vorbeugen gegen Alzheimer
Wer sich gut und ausgewogen ernährt, sich regelmäßig bewegt und Denksport treibt, bleibt länger geistig fit. Schwere Alterserkrankungen lassen sich durch einen gesunden Nahrungsmix zumindest hinauszögern – vielleicht sogar aufhalten.

Die goldene Ernährungsregel lautet: Fünf Portionen Obst und Gemüse am Tag, zwei Portionen Fisch in der Woche, gelegentlich ein Gläschen Rotwein sowie täglich ein wenig Kaffee. Leider tun sich viele Menschen in Industrieländern schwer damit, diese einfache Regel zu befolgen.

Wie sich jemand ernährt, hängt von seinen erlernten Essgewohnheiten ab und von seinem Wissen. Was gegen Wissenslücken in Sachen Ernährung hilft: ein ausgedehnter kulinarischer Bildungsurlaub am Mittelmeer!

Montag, 6. Oktober 2014 - 08:55 Uhr
psychische Störungen: DEPRESSION

Was ist eine Depression, wie verläuft sie und was sind die Folgen? Informationen für Betroffene und Angehörige.

Depression
Was ist eine Depression?
Depressive fühlen sich niedergeschlagen, verzweifelt und haben keine Freude mehr an Dingen, für die sie sich zuvor begeisterten. Sie sind oft erschöpft, müde und antriebslos und können trotzdem nicht ein- oder durchschlafen. Das sexuelle Verlangen sinkt, einige verlieren deutlich an Gewicht, manche nehmen deutlich zu. Sie sind weniger leistungsfähig, empfinden auch geringfügige Tätigkeiten als anstrengend, können sich nicht mehr konzentrieren oder entscheiden und grübeln viel. Sie sehen pessimistisch in die Zukunft und fühlen sich wertlos – bis hin zu Todesgedanken und konkreten Suizidplänen oder -versuchen. Manche haben Schuldgefühle. Einige leiden auch an körperlichen Beschwerden wie Magenproblemen oder Kopfschmerzen. In schweren Fällen lassen sie sich gar nicht mehr aufheitern und fühlen sich emotional leer. Sie leiden dann häufig auch an einem Morgentief und bewegen sich entweder besonders langsam oder nervös und fahrig.

Eine chronische Depression (Dysthymie) liegt vor, wenn jemand über mindestens zwei Jahre an der Hälfte aller Tage niedergeschlagen ist und an zwei oder mehr der folgenden Merkmale leidet: Schlaf-, Konzentrations- oder Selbstwertprobleme, veränderter Appetit, Erschöpfung und Hoffnungslosigkeit.

Ein Sonderfall sind jene Depressionen, die sich mit manischen Episoden abwechseln (bipolare Störung). Kennzeichen dieser mindestens vier Tage währenden Phasen mit übertrieben guter (manchmal auch reizbarer) Stimmung sind ein geringes Schlafbedürfnis, innere Unruhe und Betriebsamkeit sowie ein überhöhter Selbstwert bis hin zu Größenwahn. Die Betroffenen beschäftigen sich übermäßig mit angenehmen Aktivitäten wie Sex oder Einkaufen. Sie sind penetrant gesellig und blind für Gefahren, schmieden unrealistische Pläne, sind geschwätzig, aber leicht ablenkbar und springen schnell zwischen den Themen hin und her. Wer versucht, sie in ihrem Eifer zu bremsen, erntet oft Wut und Ärger.

Wie verbreitet sind Depressionen, und wie verlaufen sie?
Studien zufolge erkrankt weltweit etwa jeder Siebte einmal im Leben an einer Depression – rund 12 Prozent der Männer und 20 Prozent der Frauen. Damit ist die Depression die häufigste psychische Störung bei Frauen. Jeder zweite Betroffene erkrankt vor dem 40. Lebensjahr, jeder zehnte mit mindestens 60 Jahren. Eine depressive Phase dauert im Schnitt sechs bis acht Monate. Die Hälfte aller Betroffenen erleidet im Durchschnitt nach fünf Jahren einen Rückfall, jeder dritte erholt sich ohnehin nur teilweise. Einen schwereren Verlauf erleben vor allem Frauen sowie diejenigen, die schon in jungen Jahren das erste Mal erkrankten, die genetisch vorbelastet sind, viele Konflikte sowie wenig Unterstützung erfahren oder an weiteren psychischen oder körperlichen Erkrankungen leiden.

Wie entstehen Depressionen?
Forscher nehmen an, dass verschiedene Faktoren zusammenwirken – wie genau, ist noch nicht geklärt.

Familie: Es gibt eine genetische Veranlagung für Depressionen. Das haben Vergleichsuntersuchungen von eineiigen und zweieiigen Zwillingen gezeigt.

Biologie: Forscher haben bei Depressiven biologische Besonderheiten gefunden, zum Beispiel Funktionsstörungen von Hirnbotenstoffen, die mit Energieverlust und Freudlosigkeit einhergehen. Weil Depressive schon früh am Morgen das Stresshormon Cortisol ausschütten, schlafen sie schlechter und wachen häufig früh am Morgen auf.

Kommunikation: Einigen Depressiven – nicht allen – mangelt es an praktischer sozialer Kompetenz. Sie sprechen leise und monoton, schauen ihrem Gegenüber nicht in die Augen, klagen viel oder äußern vorwiegend negative Ansichten und Erwartungen.

Lernen: Nach Meinung vieler Forscher liegt eine Ursache von Depressionen darin, dass die Betroffenen in der Kindheit häufig Verluste erlitten haben. Wer auf etwas verzichten muss, das ihm wichtig ist, verliert einen positiven Verstärker und zieht sich deswegen zurück – man spricht von erlernter Hilflosigkeit. Außerdem entwickeln Kinder auf diese Weise negative Gedanken über sich und die Welt. Das äußert sich später etwa darin, dass Depressive sich meist selbst die Schuld geben, wenn ihnen etwas Schlechtes widerfährt. Erfolg empfinden sie dagegen nicht als eigenes Verdienst.

Stress: Vor allem bei Menschen mit chronischen Depressionen finden sich oft schlimme Kindheitserlebnisse. Aber auch als Erwachsene erleben Depressive häufiger psychosozialen Stress als andere Menschen. Eine solche Belastung (Scheidung, Kündigung, Krankheit) kann Erinnerungen an Kindheitserlebnisse hervorrufen. Das kann eine Depression auslösen, weil die Betroffenen in einen Teufelskreis geraten.

Teufelskreis: Wenn eine belastende Erfahrung reaktiviert wird, beispielsweise durch einen drohenden oder tatsächlichen Verlust, erlebt der Betroffene eine undifferenziert negative Stimmung. Dann achtet er zunehmend kritisch auf sich selbst, und negative automatische Gedanken setzen ein. Dadurch blockiert er sich selbst, zieht sich zunehmend zurück und verpasst so weitere positive Erlebnisse. Das stimmt ihn weiter negativ – ein Teufelskreis beginnt.

Was sind die Folgen?
Die Konsequenzen für das Privat- und Berufsleben hängen sehr von der Schwere ab: Manche Depressive verlassen nicht einmal mehr ihr Bett und verlieren dadurch Freunde und Arbeit. In anderen Fällen fällt die Depression kaum auf.

Mehr als drei Viertel entwickeln zusätzlich eine weitere psychische Störung, darunter vor allem Angst- und somatoforme Störungen sowie Abhängigkeit von Alkohol, Drogen oder Medikamenten. Jeder zweite Betroffene hat Selbstmordgedanken, und mindestens die Hälfte aller Suizide geht auf eine Depression zurück.

Montag, 6. Oktober 2014 - 08:16 Uhr
Hypnose - Therapie per Trance

Viele Menschen halten Hypnose immer noch für Mentalmagie oder Hokus­pokus. Doch inzwischen etabliert sich die Methode als hilfreiche Ergänzung zur Psychotherapie. Wie sie funktioniert, zeigt ein Selbstversuch.

Melinda Baranyai

Ein Mädchen, vielleicht zehn Jahre alt, sitzt am Klavier. Die Lehrerin, die ­neben ihr steht, verfolgt jede Bewegung ihrer Finger mit Argusaugen. Ich ­betrachte die Szene von außen, sehe und höre, wie sich die Schülerin mit der Mondscheinsonate abmüht. Dieses Mädchen – bin ich.

Ich schlafe nicht, bin aber auch nicht hellwach. Mit geschlossenen Augen liege ich auf einem schwarzen Ledersessel und tauche ab in die Welt in meinem Kopf. Jedes Mal, wenn die Stimme des Therapeuten erklingt, wird mir bewusst, wo ich eigentlich bin: in einer Praxis für Hypnotherapie nahe Heidelberg. Der Gedanke währt aber immer nur kurz, dann zieht es mich wieder in die Traumwelt zurück.



Die Stimme schlägt vor, das Mädchen von der bösen Lehrerin zu befreien. Also führe ich die Dame aus der Szene hinaus, quer durch das Zimmer, den Flur entlang, zu einer Wendeltreppe, ­wo ich mich von ihr verabschiede. Dann setze ich mich selbst, so wie ich heute bin, auf den Platz der Schülerin.
Ich spüre die kalten Tasten an den Fingerspitzen, den Stoffbezug des Hockers, da erklingt ­Beethovens Klavierstück erneut. Beinah mühelos gleiten meine Finger über die Klaviatur. Mit gut vernehmbarer Stimme fordert der Therapeut mich nun auf, langsam ins Hier und Jetzt zurückzukehren.

Es dauert einen Moment, bis ich wieder ganz ankomme. Als ich die Augen öffne, empfängt mich das matte Licht der Praxis. Mir gegenüber sitzt der Psychotherapeut Stefan Junker. Um mich in Trance zu versetzen, brauchte er weder ein Pendel noch ein Mantra. "Seriöse Hypnose hat nichts mit Zauberei zu tun", betont Junker. Wie kommt es aber zu diesem sonderbaren, schlafähnlichen Zustand? Und was bewirkt er?

Hypnotherapeuten bedienen sich heute unterschiedlicher Techniken, um ihre Klienten in Trance zu versetzen …

AUF EINEN BLICK
BLICK NACH INNEN
1
Hypnotische Trance ist ein Zustand stark fokussierter Aufmerksamkeit. Er wird oft mit Entspannung verbunden, kann aber auch mit Hilfe von rhythmischen Bewegungen und Tanz erreicht werden.

2
In der Trance bearbeiten entsprechend ausgebildete Psychotherapeuten mittels Vor­stellungsbildern die Verhaltens- und Denkmuster von Patienten.

3
In Deutschland ist Hypnose als ergänzende Behandlungs­methode bei Süchten oder zur Linderung psychischer Belastung anerkannt. Für andere Störungen gilt die Wirksamkeit als nicht klar belegt.

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